Scharia-Urteil im Sudan: Räuber wurden Hand und Fuß amputiert

Einem verurteilten Räuber sind im Sudan für sein Vergehen die rechte Hand und der linke Fuß amputiert worden. Das geht aus Presseberichten mit Berufung auf Menschenrechtsorganisationen hervor. Das Urteil nach dem islamischen Recht der Scharia sei von Medizinern im Dienst der sudanesischen Regierung vollstreckt worden, erklärte Human Rights Watch.

Laut den Angaben war der 30-jährige wegen eines Raubüberfalls auf mehrere Passagiere eines Farhzeugs verurteilt worden. Die Amputationen bereits Mitte Februar auf richterliche Anordnung in einem Krankenhaus des Innenministeriums in Khartum statt, der Hauptstadt des Sudans. In diesem zentralafrikanischen Land gilt die Scharia seit 30 Jahren. Human Rights Watch fordert schon lange ein Ende der “grausamen und unmenschlichen” Strafen.

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Lukas Mihr: “Kritik am Islam ist keineswegs rassistisch”


Kritik am Islam ist  keineswegs gleichbedeutend mit anti-muslimischem Rassismus, betont der Hamburger Publizist Lukas Mihr in einem aktuellen Beitrag für den Humanistischen Pressedienst. Dieses gelte besonders dann, “wenn man Fakten benennt und nicht in Pauschalurteile verfällt”.

mihrDass der Islam eine gewalttätige Religion ist, sieht Mihr durch den Blick in den Koran und zwei Jahre des arabischen Frühlings bestätigt. Diese  Feststellung treffe keine Aussage über einzelne Muslime. “Dennoch gebe ich offen zu, anti-islamisch zu sein, wenn ich die Unterdrückung von Frauen und Schwulen im Islam anprangere”, betont der Historiker.

“Anti-islamisch” zu sein bedeute nicht automatisch auch “anti-muslimisch” zu sein, differenziert Mihr. “Schließlich setze ich mich für die körperliche Unversehrtheit von weiblichen und homosexuellen Muslimen ein. Das gilt auch im großen Maßstab. Denn die ersten Opfer des Islam sind weder Juden, noch Christen, noch Atheisten, sondern Muslime selbst.”

Gauck: Frauen- und Homo-Rechte müssen weltweit anerkannt werden

Vor dem UN-Menschenrechtsrat hat der deutsche Bundespräsident in seiner heutigen Rede betont, dass die Menschenrechte unabhängig von Landesgrenzen anerkannt werden sollten. Er bezog sich auf Frauen- und Homo-Rechte, die weltweit insbesondere im Namen des Islams unterdrückt werden.

007ard_Joachim GauckEs gebe immer wieder Versuche, Menschenrechtsverletzungen “mit dem Verweis auf ‘kulturelle Konventionen’ oder ‘traditionelle Werte’ zu rechtfertigen”, beklagte Joachim Gauck. Der 73-Jährige betonte dabei, dass Menschenrechte universell und unteilbar seien, auch wenn sie in Teilen der Welt umstritten sind. Der Kampf um Frauen- und Homo-Rechte sei ein gutes Zeichen: “Mut machen mir die gesellschaftlichen Debatten, die die Rechte der Frau erweitern, die derzeit in Indien und Ägypten und anderen Staaten geführt werden, oder die Debatten über die Gleichberechtigung Homosexueller in immer mehr Ländern weltweit”.

Auch Deutschland habe “für diese Debatten und Entwicklungen Zeit benötigt”, so Gauck. “Aber unsere Gesellschaft war bereit, überkommene Konventionen im Licht der universellen Menschenrechte zu verändern. Dazu wollen wir auch andere ermutigen”. Er riet Staaten, Bürgern mehr Teilhabe zu gewähren, da dies den Respekt vor Menschenrechten fördern würde. Praktiken wie Zwangsheirat oder weibliche Genitalverstümmelung verurteilte Gauck ausdrücklich. Er rief dazu auf, bei Menschenrechtsverstößen nicht allzu diplomatisch vorzugehen: “Ich bitte Sie: Sprechen Sie Menschenrechtsverletzungen offen und ohne falsche Rücksichten an, auch wenn das manchmal bedeutet, Nachbarn und Freunde zu kritisieren – unabhängig von der Größe und dem Gewicht eines Landes.”

Im UN-Menschenrechtsrat gibt es seit Jahren insbesondere beim Thema Homo-Rechte Streit: Vertreter westlicher und südamerikanischer Länder befürworten die Gleichbehandlung von sexuellen Minderheiten, während islamische und afrikanische Länder darauf beharren, dass “abnormales sexuelles Verhalten” kein Menschenrecht sei. Im vergangenen Jahr kam es zum Eklat, als Vertreter aus Afrika und des islamischen Blocks eine Debatte verließen, weil die Diskriminierung und Gewalt aufgrund von sexueller Orientierung und Gender-Identität diskutiert wurde.

Shereen El Feki: Sexuelle Freiheit und Islam sind nicht grundsätzlich unvereinbar

Wie sich im Privatleben vieler Muslime das Ringen zwischen alten Restriktionen und Aufbruch widerspiegelt, erläutert  Shereen El Feki in einem Beitrag im Tagesspiegel. Fünf Jahre lang hat die Immunologin und Journalistin Menschen in der arabischen Welt zu ihrer Sexualität befragt. Das Buch der Autorin erscheint in diesen Tagen unter folgendem Titel: “Shereen El Feki, Sex und die Zitadelle. Liebesleben in der sich wandelnden arabischen Welt.”  Hier Auszüge aus ihrem Beitrag:

shereen “Entwicklung ist ein langsamer Prozess, und verschiedene Gesellschaften schlagen verschiedene Wege ein. Allerdings sind einige Ziele erstrebenswerter als andere. Ich glaube, dass eine Gesellschaft, die Menschen nicht nur erlaubt, eigenständige Entscheidungen zu treffen und ihr sexuelles Potenzial auszuschöpfen, sondern ihnen auch die Bildung, die Instrumente und die Chancen vermittelt, um dies zu verwirklichen, während sie zugleich die Rechte anderer respektiert, ein fruchtbarerer Boden für Entwicklung ist. Ich glaube nicht, dass dies grundsätzlich unvereinbar ist mit den gesellschaftlichen Wertvorstellungen in der arabischen Welt, die früher offener für das gesamte Spektrum der menschlichen Sexualität war und dies wieder werden könnte. Es widerspricht auch nicht zwangsläufig der tonangebenden Religion der Region: Durch ihre Interpretationen des Islam haben viele Muslime sich selbst und ihrer Religion Fesseln angelegt.

In meinem Buch kommen diejenigen zu Wort, die die Fesseln abstreifen wollen: Forscher, die es wagen, die gelebte Sexualität zu erforschen; Gelehrte, die altüberlieferte Texte, welche Menschen heute in ihrer Entscheidungsfreiheit stark einschränken, neu interpretieren; Juristen, die für ausgewogenere Gesetze kämpfen; Ärzte und Therapeuten, die die negativen körperlichen und seelischen Folgen aufzufangen versuchen; mutige religiöse Führer, die Toleranz predigen, statt wie früher von Verdammnis zu sprechen; Aktivisten, die auf den Straßen unterwegs sind und sich bemühen, Sex sicher zu machen; Schriftsteller und Filmemacher, die die Grenzen der sexuellen Ausdrucksmöglichkeiten hinterfragen; Blogger, die einen neuen Raum für die öffentliche Debatte schaffen. Aber wir hören auch die Stimmen derjenigen, die sich ihnen entgegenstellen; die sich wandelnde politische Landschaft der arabischen Region eröffnet nach Jahren des Stillstandes neue Chancen für beide Seiten.”

Shereen El Feki zitiert auch den marokkanischen Soziologen Abdessamad Dialmy, der als einer der wenigen Wissenschaftler in der arabischen Welt auf das Thema Sexualität spezialisiert ist. Abdessamad Dialmy sieht die Scharia durchaus mit sexueller Freiheit vereinbar: „Die Scharia ist ein Text, der im Sinne sexueller Freiheit oder im Sinne der Unterdrückung interpretiert werden kann. Wenn die Politiker für sexuelle Freiheit optieren, finden die islamischen Gelehrten einen Weg.” Solche Thesen Autorin stehen im Gegensatz zu Einschätzungen von Islamkritikern wie Pim Fortuyn, Ayaan Hirsi Ali und Geert Wilders. Die drei Niederländer haben immer wieder betont, dass der Islam ihrer Meinung nach mit modernen westlichen Werten unvereinbar sei, insbesondere mit der Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowie von Hetero- und Homosexuellen und generell mit dem Anspruch auf sexuelle Selbstbestimmung.

Krause: Appeasement-Politik gegenüber dem Islam ist für Homosexuelle gefährlich

Kurz vor dem Erscheinen des neuesten Buches des Pädagogen Daniel Krause veröffentlichen Medien erstmals längere, zusammenhänge Auszüge. Das Buch mit dem Titel “Als Linker gegen Islamismus – Ein schwuler Lehrer zeigt Courage” erscheint offiziell am 15. März. Der humanistische Blog “wissenbloggt” hat unter anderem solche Auszüge veröffentlicht, welche sich damit beschäftigen, wie Homosexuelle durch die Appeasement-Politik gegenüber dem Islam bedroht sind. Hier eine Auswahl der vorab veröffentlichten Auszüge: 

“Islamische Homophobie befindet sich in der Offensive. Das gilt weltweit wie auch für Deutschland. Und wieder einmal überbieten sich unsere Politiker mit riskantem Appeasement. Und wir gestehen homophoben Muslimen gefährliche Sonderwünsche zu.

Daniel Krause LehrerIn Artikel 3 des Grundgesetzes heißt es: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“ Im April 2010 diskutierte der Rechtsausschuss des Bundestages: „Soll der Aspekt der  sexuellen Orientierung hinzugefügt werden?“ Professor Winfried Kluth von der Universität Halle-Wittenberg verneinte diese Frage per schriftlichem Gutachten:Aus dem Blickwinkel der Migrations- und Integrationspolitik ist zu berücksichtigen, dass für gläubige Muslime, bei denen die Toleranz gegenüber der Gruppe der Lesben, Schwulen und Bisexuellen noch wenig entwickelt ist, die politisch erwünschte Integration unter ausdrücklicher Einbeziehung des Bekenntnisses zur Verfassung zusätzlich und erheblich erschwert wird.“

Mit anderen Worten: Die Rücksicht auf eine homophobe und insgesamt intolerante Subkultur sei wichtiger als die rechtliche Verankerung unserer emanzipatorischen Errungenschaften. Zugespitzt formuliert: Wir sollen bezüglich Diskriminierungen die Täter hofieren und den Schutz ihrer Opfer vernachlässigen. In letzter Konsequenz müsste man fragen, ob nicht  auch der Faktor „Geschlecht“ aus dem Artikel gestrichen werden müsste, denn auch dieser könnte Migranten abschrecken. Und streichen wir zudem noch den Faktor „Glauben“ – so machen wir muslimischen Judenhassern die Verfassung noch schmackhafter.

Die CDU hatte Kluths Gutachten selbst in Auftrag gegeben. Der von dieser Partei ins Amt manövrierte Ex-Bundespräsident Christian Wulff hatte gesagt: „Der Islam gehört zu Deutschland.“ Für Homosexualität gilt das laut CDU offenbar weniger.”

Weitere der vorab veröffentlichen Auszüge beziehen sich auf das Bildungssystem:

„Ist die aufgezeigte Appeasement-Haltung gegenüber Demokratiefeinden auch im deutschen Bildungswesen spürbar? (…) Das Bildungswesen entscheidet maßgeblich über die Werthaltungen unserer künftigen Gesellschaft und somit auch über deren Demokratiefähigkeit – das lehren uns Erfahrungen der Vergangenheit. Eine autoritäre Erziehung wie im Kaiserreich begünstigte den späteren blinden Gehorsam gegenüber dem NS-Regime. Die Bildungsreformen seit den 60er-Jahren bewirkten hingegen eine nachhaltige Veränderung der Gesellschaft zugunsten „progressiver“ Werte: Meinungs- und Kunstfreiheit, Gleichberechtigung von Frauen und Männern, Akzeptanz alternativer Lebensweisen, Antimilitarismus, Umweltbewusstsein und Tierschutz.   

Was für eine Gesellschaft wollen wir künftig haben? Diese Frage muss allen Entscheidungen zugrunde liegen, die unser Schulwesen verändern. (…) Bezüglich anderer als besagter wirtschaftsorientierter, leistungsbezogener Aspekte ist ein solcher Diskurs bislang leider unterentwickelt. Im Nachgang des PISA-Schocks blieb vieles vernachlässigt, was nicht direkt mit dem Leistungsgedanken zu tun hat. Nicht minder wichtig sind daher für mich solche Fragen: Soll unser künftiges Deutschland geprägt sein durch Multikulturalismus und Kulturrelativismus? Oder möchten wir eine Generation heranziehen, die gegenüber eingewanderten Kulturen auf westlichen Frauenrechten, Schwulenrechten  und Kinderrechten beharrt?

Wie sehr die Positionen vieler muslimischer Familien von unseren modernen Werten abweichen, zeigen abstruse Streitigkeiten aus dem Schulalltag, die ich im Folgenden aufzeige…“ 

 

Mehrheit der Deutschen gegen EU-Beitritt der “islamischen Großmacht” Türkei

Die Mehrheit der Deutschen lehnt einen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union ab. Dieses ergab eine Emnid-Befragung  im Auftrag der Axel-Springer-Presse unter rund 500 Personen. 60 Prozent seien dagegen, dass das Land in die Staatengemeinschaft aufgenommen werde. Nur 30 Prozent seien dafür.

Recep-Tayyip-Erdogan

Um ein militärisches und wirtschaftliches Erstarken der Türkei sorgten sich 57 Prozent. Staatspräsident Erdogan hatte durchblicken lassen, die Türkei als “islamische Großmacht” etablieren zu wollen. Im Jahr 1997, damals noch als Oberbürgermeister von Istanbul, hatte er zustimmend aus einem Gedicht  Ziya Gökalps zitiert, einem Vordenker des türkischen Nationalismus: „Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten. Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufspringen, bis wir am Ziel sind.“

Erst kürzlich hatte der Europäische Ausschuss für Soziale Rechte in einem Bericht festgestellt: Die türkischen Behörden versagen dabei, Homosexuelle und Transgender vor Benachteiligung und Gewalt zu schützen. Somit ist die Situation in der Türkei nicht mit der Europäischen Sozialcharta verbereinbar, heißt es in dem Bericht. Die Sozialcharta ist EU-Vertrag über soziale Rechte, den die Türkei bereits im Jahr 2007 ratifiziert hat.

Stoldt: Gleichsetzung mit Evangelikalen bedeutet Verharmlosung der Salafisten

Der Journalist Till-Reimer Stoldt, Preisträger des Christlichen Medienverbunds, kritisiert in seinem heutigen Beitrag in der “Welt”, dass Salafisten zunehmend als “Evangelikale des Islams” dargestellt werden. “Diese fatale Gleichsetzung von Evangelikalen und Salafisten hat nun die gesellschaftliche Mitte erreicht”, verurteilt Stoldt die öffentliche Diskussion der vergangenen Wochen. 

Stoldt räumt ein, dass ihr Glaubensernst und das wörtliche Verständnis von Bibel bzw. Koran beide Gruppen auf den ersten Blick verbindet: “Trotzdem führt kein Weg an dem Befund vorbei: Wer bei Evangelikalen und Salafisten Gemeinsamkeiten anstelle von Unterschieden hervorhebt, der verzerrt die Realität, verharmlost die Herausforderung durch den hiesigen Verbandsislam und verunglimpft eine Bevölkerungsgruppe.”

salafismusLaut NRW-Verfassungsschutz halten Salafisten Gewalt für legitim, um den vermeintlichen Willen Gottes zu befolgen, betont Stoldt. “Tatsächlich sind aus ihren Reihen auch Terroristen, Gewalttäter und Gewaltprediger in beachtlicher Zahl hervorgegangen. Das kann kaum verwundern, verstehen sie ihre heiligen Texte doch, wie die Verfassungsschützer warnen, uneingeschränkt buchstäblich – was auch für Prophetenaussprüche gilt, nach denen Ehebrecher, Homosexuelle, Ex-Muslime oder ganz allgemein “Unheilstifter” getötet werden müssten. Deswegen werden Salafisten von den staatlichen Sicherheitsdiensten auch überwacht.”

Ganz anders seien die rund 1,5 Millionen evangelikalen Christen in Deutschland einzuschätzen, so Stoldt: “Ohne Abstriche bekennen sich alle evangelikalen Organisationen hierzulande zu Rechtsstaat und Menschenrechten.” Und weiter: “Evangelikale kämpften und kämpfen also auch für das Recht, sich vom Christentum zu verabschieden. Dagegen fordern salafistische Prediger die Todesstrafe, falls ein Muslim die Religionsfreiheit beansprucht und vom Islam abfällt. Ergibt es Sinn, den Unterschied zwischen Freunden und Feinden der Menschenrechte mit “Die-sind-doch-alle-gleich”-Parolen wegzuwischen?”

Stoldt kritisiert auch den in Deutschland einflussreichen Muslimverband Ditib: “Diese vom türkischen Staat gelenkte und zum Teil finanzierte Organisation wagt es, vor der vermeintlichen evangelikalen Gefahr zu warnen, während der türkische Staat systematisch nichtmuslimische Minderheiten schikaniert und diskriminiert. Mit Verlaub: Stünden diese drei Muslimverbände samt ihren ausländischen Unterstützern so kompromisslos hinter der weltweiten Durchsetzung der Menschenrechte wie die deutschen Evangelikalen, wäre diese Welt ein schönerer Ort.”

Mit dem Medienpreis “Goldener Kompass” des Christlichen Medienverbunds ist Stoldt im Jahr 2008 ausgezeichnet worden. Hiermit gewürdigt wurden seine viel beachteten Beiträge über die Gefahren von Muslimen, die in Deutschland zum Christentum konvertierten. Stoldt hat überwiegend für “Welt” und “Welt am Sonntag” geschrieben.