Maron und Kelek: “Politischer Islam bleibt Gefahr für uns alle!”

Wer den Islam in seiner derzeitigen Verfassung für nicht kompatibel mit einer offenen, demokratischen Gesellschaft hält, wird als islamophob oder sogar fremdenfeindlich diffamiert”, kritisiert die Autorin Monica Maron heute in der Welt. “Wir leben in einer freien Gesellschaft mit verfassungsrechtlich geschützter Meinungsfreiheit, und ich verstehe nicht, wie ein solches Meinungsdiktat, das ja durch die Bevölkerungsmehrheit nicht gedeckt ist, überhaupt zustande kommen kann.”

Die Zeitung hat ein Gespräch zwischen Maron und Necla Kelek veröffentlicht. Darin warnt auch Kelek vor der Gefahr des politischen Islams und kritisiert die Vorgabe der politischen Korrektheit, “dass man um des lieben Friedens willen auch antiemanzipatorische und von archaischen Vorstellungen, Traditionen und Kulturen geprägte Gruppen als gleichwertig zu akzeptieren hat.” Kelek weiter: “Auffällig ist, dass die konservativen Islamverbände, die gegen den Rechtsradikalismus aufstehen, nichts tun, um in den eigenen Reihen eine offensive Auseinandersetzung mit den Islamfaschisten zu führen.”

Necla Kelek klagt an: Bildungssystem tabuisiert Islamkritik

Necla Kelek hat in den letzten Jahren maßgeblich die deutsche »Islamdebatte« geprägt. Der “Presse am Sonntag” erzählte sie nun, wie ungeschriebene Gesetze der politischen Korrektes ihre Arbeit behindern. Das Interview ist auch online zu lesen.

Kelek sagte: “Die sozialwissenschaftliche Forschung in Deutschland ist total ideologisiert. Konsens ist, dass die Gesellschaft versagt hat, die Menschen zu integrieren. Wenn es Probleme bei den Migranten gibt, hat das für sie soziale Gründe. Kultur als determinierend zu bezeichnen, ist tabu. Und es wird immer schlimmer. Iranische, türkische, deutsche Studentinnen erzählen mir, dass sie sofort gemobbt werden, wenn sie z. B. über Familienstrukturen forschen wollen: Für Fragestellungen wie ‘Sind Ehrenmorde symptomatisch? Gibt es Zwang zur Ehe, woher kommt das historisch?’ finden sie keine Professoren.”

Unter anderem kritisiert Kelek auch, wie Salafismus innerhalb der politischen Linken verharmlost wird: “Warum verteidigen die Linken die Salafisten und distanzieren sich von Neonazis? Mit Leuten von der NPD wird bei uns im Landtag gar nicht gesprochen. Ich habe gehört, dass eine Vertreterin von Milli Görüs mit Kopftuch in der Wiener Politik tätig ist. Milli Görüs ist eine Partei des politischen Islam, da muss man doch deren Ziele hinterfragen und nicht sie feiern, nur weil sie Migrantin ist.”

Kelek lobte auch den durch sein Buch prominent gewordenen Bürgermeister von Berlin-Neukölln: “Ich finde Buschkowsky wichtig für die Debatte, und wir müssen seine Vorschläge ernst ernst nehmen, wenn wir etwas in den Parallelgesellschaften verändern wollen. Zum Beispiel mit Ganztagsschulen, die rundherum Möglichkeiten vom normalen Unterricht bis zur Musikausbildung oder Sport bieten. Das kostet viel, aber so könnte man es schaffen, wenn die Eltern mitmachen. Wenn ein Mädchen um ein Uhr Schluss hat und nachhause geht, putzt sie oft, passt auf die kleinen Kinder auf und hat den Eltern zu dienen.”

Kelek kritisiert vor allem die heutige Lehrerschaft an deutschen Schulen: “Pädagogen sprechen von Vielfalt, vermitteln aber den Kindern nicht, dass sie Bürgerrechte haben. Wir müssen erreichen, dass das Kind sich als freier Mensch fühlt. Dann kann es auch sagen, ich will Kopftuch tragen, ich geh nicht schwimmen. Aber wie wird man ein Ich? Das muss erreicht werden in diesen Schulkomplexen, dass Kinder ein Teil unserer Gesellschaft sind, nicht von Medina im 7. Jahrhundert.”