Bedroht durch radikale Islamisten – Burkina Faso schlägt Alarm

Frankreichs militärische Intervention in Mali hat gewirkt. Doch nun ruft ein anderes westafrikanische Länder um Hilfe, welches sich durch Islamisten bedrängt sieht. Dieses schildert ein heutiger Bericht im “Standard”, demzufolge in Burkina Faso eine Radikalisierung drohe.

Das Land galt bisher als vorbildliches Beispiel dafür, wie Christen und Muslime in Afrika friedlich zusammenleben können. Doch jüngst seien Risse in der Gesellschaft entstanden, sagt Séraphin Rouamba, katholischer Bischof aus der Hauptstadt Ouagadougou. Er sorgt sich über islamistische Gruppen wie jene, die 2012 nach einer Rebellion den Nordteil des Nachbarlands Mali kontrolliert und dort Scharia-Terror betrieben hatten.

Vor allem der Norden von Burkina Faso gilt als Risikogebiet, weil sich dort laut Berichten zuletzt Männer aus Pakistan angesiedelt haben. Diese Männer haben möglicherweise islamistische Absichten, so die Vermutung. Denkbar ist, dass Rache an der Regierung von Burkina Faso geübt werden soll. Das Land hatte sich sich an der Militärmission in Mali beteiligt und somit am Sturz der dortigen Islamisten mitgewirkt.

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Scharia-Rechtssprechung: Dokumente zu Prozessen in Nordmali aufgetaucht

Bis vor wenigen Wochen herrschte im Norden Malis herrschte das Terrornetzwerk al-Qaida. Jetzt entdeckte Dokumente aus dem Scharia-Gerichtshof in Timbuktu zeigen, was die radikalen Islamisten für ein Rechtswesen etabliert hatten und ausbauen wollten. 

Der Gerichtshof in Timbuktu mit seinen neun Richtern war in drei Kammern unterteilt: Eine befasste sich mit “Mord, Diebstahl, Ehebruch, Alkohol, Rauchen, Fluchen und Hexerei” – den Schwerverbrechen. Eine andere war für Scheidungen und Eheschließungen zuständig, und die dritte widmete sich Streitereien um Geld und Land. Jeder Verhandlungsfall wurde von den Islamisten fein säuberlich dokumentiert: Vermeintlichen Dieben wurde bespielsweise die Hand abgehackt. Die Todesstrafe auf Homosexualität war unter den Islamisten ebenfalls vorgesehen.

Am 16. August 2012 musste sich Angeklagter namens Ibrahim bin Al-Hussein vor Gericht verantworten, weil er Wein getrunken und in seinem Laden verkauft hatte. Dies habe der Angeklagte zugegeben. Der Mann wurde zu 40 Peitschenhieben und einer Strafe von umgerechnet rund 100 Dollar verurteilt. Sein Laden wurde vorübergehend geschlossen.  Ein weiteres Bespiel für die harten Urteilssprüche:  Am 15. Oktober 2012 musste sich eine Angeklagte namens Assa bint Omar vor Gericht verantworten. Der Frau wurde vorgeworfen, Umgang mit Männern gehabt und geflucht zu haben. Sie bestritt die Vorwürfe, doch das Gericht verurteilte sie zu 60 Peitschenhieben.

Eine Broschüre der Islamisten erklärte in Französisch und Arabisch, wie sie sich Frauen zu präsentieren hätten: keine Männerkleidung oder westliche Klamotten, keine Farben nur dunkle, weite Gewänder, die den ganzen Körper verhüllten. Bloß nicht durchsichtig oder kurvenbetont, kein Make-up und kein Parfüm. Frauen wurden vor Gericht als Bürger zweiter Klasse behandelt. Standen Mann und Frau vor Gericht wie bei Ehestreiten, bekam fast immer der Mann recht.

Durch militärische Interventionen Frankreichs wurde diese Terrorherrschaft der Islamisten im Januar 2013 schließlich beendet. Wie bereits berichtet, wurden von den Franzosen in der Wüsstenstadt Gao hierbei zwei Homosexuelle vor deren Hinrichtung gerettet. Frankreich hatte Anfang Januar militärisch einzugreifen begonnen, um die vorrückenden islamistischen Rebellen zu stoppen und die Menschenrechte zu verteidigen.

Mali: Homosexuelle vor Hinrichtung durch Islamisten gerettet

Durch die Befreiung der Islamistenhochburg Gao in Mali haben französische Soldaten offenbar schwule Männer vor der Hinrichtung bewahrt. Das berichtet queer.de. Islamistische Rebellen wollten zwei Männer wegen Homosexualität exekutieren. Doch gerade noch rechtzeitig eroberten französische Soldaten in der vergangenen Woche die Stadt. 

“Ich war im Gefängnis und habe darauf gewartet, am nächsten Tag hingerichtet zu werden, als ich die ganze Nacht die Bomben gehört habe”, erklärte Alitiinag Ousman, einer der beiden Männer. “Am nächsten Morgen hat eine Menschenmenge die Gefängnistür aufgebrochen und mir gesagt, dass ich frei bin und dass die Stadt von den Islamisten befreit würde.”

Badou Ahmed, dem ebenfalls die Todesstrafe wegen Homosexualität bevorstand, berichtet von einem Scheinverfahren: “Während der Gerichtsverhandlung gab es keine Zeugen der Verteidigung”, so Ahmed. “Die haben uns erzählt, sie würden uns die Kehle durchschneiden, weil wir homosexuell sind”. Ahmed war am ganzen Körper mit Narben bedeckt und humpelte als Folge von Folter, wie er im Interview erklärte.

Die 85.000 Einwohner zählende Stadt Gao war monatelang Hauptstadt eines von den Islamisten ausgerufenen Staates. Frankreich hatte schließlich Anfang Januar militärisch einzugreifen begonnen, um die vorrückenden islamistischen Rebellen zu stoppen und die Menschenrechte zu verteidigen.