Jeder zweite Deutsche hat erkannt: Der Islam stellt eine Bedrohung dar

Der Islam ist bedrohlich und passt nicht hierher. Das sagen laut Bertelsmann-Studie 50 Prozent der Deutschen. Die Ergebnisse dieser Studie sind heute in einem “Welt”-Artikel bekannt gegeben worden. Die Hälfte der Bevölkerung teilt nicht die Auffassung von Ex-Bundespräsident Christian Wulff, dass der Islam nach Deutschland gehöre.

Auch international wird der Islam als eine Bedrohung wahrgenommen: 76 Prozent der Israelis, 60 Prozent der Spanier, 50 Prozent der Schweizer und 42 Prozent der US-Amerikaner schätzen ihn als gefährlich ein. Aber auch das Judentum sehen 19 Prozent der Ost- und Westdeutschen als Bedrohung.

Deutliche Unterschiede zeigen sich auch beim Verhältnis zur Religion: 39 Prozent der Muslime in Deutschland sind der Ansicht, dass in religiösen Fragen nur ihre Religion Recht und die anderen Unrecht haben. Bei den Christen sind es nur zwölf Prozent. Insgesamt stimmen 15 Prozent der Befragten dieser Aussage zu.

 

Reinhold Messner: “Religionen sind Sekten, um Menschen zu unterdrücken”

Der Bergsteiger Reinhold Messner hat eine ablehnende Haltung zu Religionen. Seiner Meinung nach sind „alle Religionen der Welt Sekten“, die dazu gedacht sind, Menschen zu unterdrücken. So zitierte ihn diese Woche die „Hannoversche Allgemeinen Zeitung “.

„Ich halte alle Religionen der Welt für Sekten“, sagte Messner der niedersächsischen Tageszeitungen. Religionen seien von Menschen gemacht, um Menschen zu unterdrücken. „Aber ich respektiere alle religiösen Menschen“, betonte der Südtiroler, der als erster Mensch allein den Mount Everest bestieg.  Messner hat sämtliche 14 Berge der Welt bestiegen, die höher als 8000 Meter sind – als erster Mensch und ohne Sauerstoffgerät. In diesem Jahr feiert Messner seinen 70. Geburtstag.

 

Europäischer Gerichtshof stärkt Homosexuelle gegenüber Religionen

Eine wegweisende Entscheidung hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg getroffen. Demnach dürfen religiöse Menschen wegen ihres Glaubens nicht mehr sexuelle Minderheiten diskriminieren, urteilten die Richter heute. Damit hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entschieden, dass auch gläubige Menschen Schwule und Lesben gleich behandeln müssen, auch wenn das ihrer Religion widerspricht. Die Richter verkündeten die Urteile nach Klagen von insgesamt vier religiösen Menschen aus Großbritannien, in zwei der Fälle ging es um die Rechte von Homosexuellen. Das Straßburger Gericht hat mit seinem heutigen Urteil das britische Antidiskriminierungsgesetz bestätigt, das auf EU-Vorgaben beruht. 

Besonders vor dem Hintergrund islamischer Einflüsse in Deutschland ist dieses Urteil relevant. So diskutierte der Bundestag im Jahr wiederholt über Artikel 3 des Grundgesetzes, im dem es heißt es: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“

Im April 2010 erörterte der Rechtsausschuss des Bundestages folgende Frage: „Soll der Aspekt der sexuellen Orientierung hinzugefügt werden?“ Professor Winfried Kluth von der Universität Halle-Wittenberg verneinte dieses per schriftlichem Gutachten: „Aus dem Blickwinkel der Migrations- und Integrationspolitik ist zu berücksichtigen, dass für gläubige Muslime, bei denen die Toleranz gegenüber der Gruppe der Lesben, Schwulen und Bisexuellen noch wenig entwickelt ist, die politisch erwünschte Integration unter ausdrücklicher Einbeziehung des Bekenntnisses zur Verfassung zusätzlich und erheblich erschwert wird.“ Kluth hielt somit die Rücksicht auf eine homophobe und insgesamt intolerante Subkultur wichtiger als die rechtliche Verankerung unserer emanzipatorischen Errungenschaften.  Homosexuellenverbände reagierten empört hierüber.

Religiöse Gemeinschaften sollten auf staatliche Privilegien verzichten

Religiöse Gemeinschaften sollten dringend darüber nachdenken, freiwillig auf staatliche Privilegien zu verzichten. Durch einen solchen Verzicht könnten sie ihr Ansehen in der Gesellschaft steigern, meint Professor  Daniel Bogner von der Universität  Münster. Der katholische Theologe äußerte sich zu Jahresende entsprechend.  

„Das Recht auf Kirchensteuern, Körperschaftsstatus und Dotationen, die öffentlichen Zuwendungen an die Kirchen, sind zwar komfortable Rahmenbedingungen“, sagte der Sozialethiker. „Theologisch notwendig ist ein solcher staatskirchlicher Ballast aber nicht.“ Vielmehr mache er die Kirchen zu einem schwerfälligen Apparat und hindere sie zuweilen daran, ihren Auftrag zu erfüllen, in der Gesellschaft „Zeugnis für Gottes Gerechtigkeit“ zu geben.

Das gewachsene System angestammter Vorrechte solle zwar nicht „Hals über Kopf“ verlassen werden, es sei jedoch zugunsten alternativer Finanzierungskonzepte zu überdenken. Damit könnten Kirchen ihre Akzeptanz innerhalb der säkularisierten Gesellschaft steigern. Zurzeit seien sie verständlicherweise dem Vorwurf ausgesetzt,  „Lobbyisten in eigener Sache“ und Nutznießer vom „historischem Platzvorteil“ zu sein. Eine Abgabe der Privilegien wäre “eine Chance auf mehr Akzeptanz der Religionsgemeinschaften, auch jenseits des eigenen Milieus.“

„In der Debatte um Kirchensteuer und Körperschaftsstatus täte es gut, offen zuzugestehen, dass beide Güter keine unmittelbare Folgerung aus dem Respekt vor der Religionsfreiheit sind“, so Bogner. „Ein vitales korporatives Gerüst können sich Religionsgemeinschaften auch ohne staatliche Steuereinzugspraxis und Dienstherrenfähigkeit erhalten.“

Von 2000 bis 2006 war Daniel Bogner Referent für Menschenrechtsfragen bei der Deutschen Bischofskonferenz. Im Vergleich zu vielen anderen katholischen Theologen gilt er in seinen Haltungen als relativ liberal.