Saudi-Arabien: Haftstrafen, weil Männer nackt miteinander tanzten

Hartes Urteil in Saudi-Arabien: Weil zwei Männer miteinander getanzt haben, müssen sie bis zu zehn Jahre hinter Gittern verbringen. Ein Strafgericht in der Großstadt Buraidah hat insgesamt vier junge Männer verurteilt, weil sie gemeinsam nackt auf dem Dach eines Autos getanzt haben. Der “Haupttäter” erhielt zehn Jahre Haft und 2.000 Peitschenhiebe; mehr dazu auf queer.de.

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Fatwa: Yusuf al-Qaradawi erklärt Absetzung Mursis für “ungültig”

Der einflussreiche moslemische Kleriker Yusuf al-Qaradawi (Foto) hat an diesem Wochenende ein religiöses Dekret erlassen, worin er die Ägypter auffordert, den gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi zu unterstützen, der am Mittwoch von der Armee abgesetzt wurde. Qaradawi betont: “„Die Scharia verlangt von allen Gläubigen Loyalität zum gewählten Präsidenten, seine Befehle auszuführen und seine Direktiven zu befolgen.“

Der 86-jährige Qaradawi ist regelmäßiger Kommentator bei Al-Jazeeras Satellitenfernsehen und hat die Aufstände des sogenannten “Arabischen Frühlings” in Tunesien, Ägypten, Libyen und Syrien gutgeheißen. Nun poltert er: “Ich rufe alle Ägypter dazu auf, Männer und Frauen, jung und alt, reich und arm, Moslems und Christen, liberal und islamistisch, die Reihen zu schließen, um das Erreichte der Revolution zu schützen, die 2011 Hosni Mubarak stürzte.”

Scharia-Terror gegen Homosexuelle: Kastration und Todesstrafe drohen

Immer massiver bedroht der Islamismus weltweit die Rechte und das Leben von Lesben und Schwulen. Auf neuen Scharia-Terror in Dubai weist queer.de hin: Zwei Männer sind zu je drei Jahren Haft verurteilt worden, weil sie in einem sozialen Netzwerk sexuelle Dienste für Schwule angeboten haben sollen. Homosexuelle sind in dem Land “zum Abschuss freigegeben”. 

Das berichtet die englischsprachige Dubaier Tageszeitung “Gulf News”. Demnach sollen die Angeklagten, ein 22-jähriger und ein 30-jähriger Mann, ihren Lebensunterhalt als Prostituierte verdient haben. Dem Bericht zufolge soll ein verdeckter Ermittler auf die beiden Männer angesetzt worden sein. Dieser gab sich als Kunde aus und sollte einen der Männer in einem Fünf-Sterne-Hotelzimmer treffen. Als er den 22-Jährigen in dem Zimmer nackt vorfand, ließ er ihn verhaften.

Homo-Aktivisten in den Vereinigten Arabischen Emiraten bezweifeln, dass es sich bei den Männern tatsächlich um Callboys gehandelt hat: “Es scheint so, dass jedes Mitglied der LGBT-Community, das in den Emiraten verhaftet wird, schnell als ‘Prostituierter’ oder ‘Prostituierte’ bezeichnet wird”, so der Aktivist “Abdulla” von der Gruppe UAE-LGBT gegenüber “Gay Star News”. “Was ist gerecht daran, junge Bürger zu drei Jahren Haft zu verdonnern, nur weil sie sind, wie sie sind?”

In den Vereinigten Arabischen Emiraten, zu denen Dubai gehört, droht Schwulen im Extremfall die Todesstrafe nach der islamischen Scharia-Gesetzgebung. Der Staat hat auch das Recht, überführte Homosexuelle kastrieren zu lassen. Ausländer müssen in der Regel in Haft und werden danach abgeschoben.  Das Land hat in den vergangenen Jahren immer wieder mit Verurteilungen für Homosexualität für Aufregung gesorgt.

2008 wurde erstmals eine Bestrafung für lesbische Zärtlichkeiten bekannt: Zwei ausländische Touristinnen sollen sich an einem öffentlichen Strand geküsst und umarmt haben und wurden deshalb nach Sondergesetzen der Stadt Dubai zu je einer einjährigen Haftstrafe verurteilt. Im vergangenen Jahr verurteilte ein Richter auch einen britischen Staatsbürger zu drei Jahren Haft, weil er gleichgeschlechtlichen Sex gehabt und Alkohol konsumiert haben soll.

“Gesteinigt, bis er blutete!” – Mann in Pakistan wegen Liebesaffäre hingerichtet

Der Stammesrat im pakistanischen Parachinar nahe der Grenze zu Afghanistan hat einen 25jährigen Soldaten zum Tod durch Steinigung verurteilt, weil er „verbotene Beziehungen“ zu einem 18jährigen Mädchen aus der Gegend hatte. Das geht aus Berichten der pakistanischen Presse hervor. 

SteinigungEin Stammesangehöriger berichtet: „Vierzig bis fünfzig Männer haben den Mann gesteinigt, bis er tödlich verblutete.“ Nicht-eheliche Beziehungen gelten bei Vielen in Pakistan als „verboten“ oder „gesetzeswidrig“. Hunderte Menschen werden jedes Jahr in „Verteidigung der Familienehre“ getötet. Der Leichnam wurde ins Hospital gebracht und ein Krankenhaussprecher berichtete: “Es war ein schrecklicher Anblick. Der Körper war schwer verletzt, nachdem ihn die Steine getroffen hatten. Er war über und über mit Wunden bedeckt und das Gesicht des Mannes war nicht mehr zu erkennen.“

Scharia-Urteil im Sudan: Räuber wurden Hand und Fuß amputiert

Einem verurteilten Räuber sind im Sudan für sein Vergehen die rechte Hand und der linke Fuß amputiert worden. Das geht aus Presseberichten mit Berufung auf Menschenrechtsorganisationen hervor. Das Urteil nach dem islamischen Recht der Scharia sei von Medizinern im Dienst der sudanesischen Regierung vollstreckt worden, erklärte Human Rights Watch.

Laut den Angaben war der 30-jährige wegen eines Raubüberfalls auf mehrere Passagiere eines Farhzeugs verurteilt worden. Die Amputationen bereits Mitte Februar auf richterliche Anordnung in einem Krankenhaus des Innenministeriums in Khartum statt, der Hauptstadt des Sudans. In diesem zentralafrikanischen Land gilt die Scharia seit 30 Jahren. Human Rights Watch fordert schon lange ein Ende der “grausamen und unmenschlichen” Strafen.

Scharia-Rechtssprechung: Dokumente zu Prozessen in Nordmali aufgetaucht

Bis vor wenigen Wochen herrschte im Norden Malis herrschte das Terrornetzwerk al-Qaida. Jetzt entdeckte Dokumente aus dem Scharia-Gerichtshof in Timbuktu zeigen, was die radikalen Islamisten für ein Rechtswesen etabliert hatten und ausbauen wollten. 

Der Gerichtshof in Timbuktu mit seinen neun Richtern war in drei Kammern unterteilt: Eine befasste sich mit “Mord, Diebstahl, Ehebruch, Alkohol, Rauchen, Fluchen und Hexerei” – den Schwerverbrechen. Eine andere war für Scheidungen und Eheschließungen zuständig, und die dritte widmete sich Streitereien um Geld und Land. Jeder Verhandlungsfall wurde von den Islamisten fein säuberlich dokumentiert: Vermeintlichen Dieben wurde bespielsweise die Hand abgehackt. Die Todesstrafe auf Homosexualität war unter den Islamisten ebenfalls vorgesehen.

Am 16. August 2012 musste sich Angeklagter namens Ibrahim bin Al-Hussein vor Gericht verantworten, weil er Wein getrunken und in seinem Laden verkauft hatte. Dies habe der Angeklagte zugegeben. Der Mann wurde zu 40 Peitschenhieben und einer Strafe von umgerechnet rund 100 Dollar verurteilt. Sein Laden wurde vorübergehend geschlossen.  Ein weiteres Bespiel für die harten Urteilssprüche:  Am 15. Oktober 2012 musste sich eine Angeklagte namens Assa bint Omar vor Gericht verantworten. Der Frau wurde vorgeworfen, Umgang mit Männern gehabt und geflucht zu haben. Sie bestritt die Vorwürfe, doch das Gericht verurteilte sie zu 60 Peitschenhieben.

Eine Broschüre der Islamisten erklärte in Französisch und Arabisch, wie sie sich Frauen zu präsentieren hätten: keine Männerkleidung oder westliche Klamotten, keine Farben nur dunkle, weite Gewänder, die den ganzen Körper verhüllten. Bloß nicht durchsichtig oder kurvenbetont, kein Make-up und kein Parfüm. Frauen wurden vor Gericht als Bürger zweiter Klasse behandelt. Standen Mann und Frau vor Gericht wie bei Ehestreiten, bekam fast immer der Mann recht.

Durch militärische Interventionen Frankreichs wurde diese Terrorherrschaft der Islamisten im Januar 2013 schließlich beendet. Wie bereits berichtet, wurden von den Franzosen in der Wüsstenstadt Gao hierbei zwei Homosexuelle vor deren Hinrichtung gerettet. Frankreich hatte Anfang Januar militärisch einzugreifen begonnen, um die vorrückenden islamistischen Rebellen zu stoppen und die Menschenrechte zu verteidigen.

Mali: Homosexuelle vor Hinrichtung durch Islamisten gerettet

Durch die Befreiung der Islamistenhochburg Gao in Mali haben französische Soldaten offenbar schwule Männer vor der Hinrichtung bewahrt. Das berichtet queer.de. Islamistische Rebellen wollten zwei Männer wegen Homosexualität exekutieren. Doch gerade noch rechtzeitig eroberten französische Soldaten in der vergangenen Woche die Stadt. 

“Ich war im Gefängnis und habe darauf gewartet, am nächsten Tag hingerichtet zu werden, als ich die ganze Nacht die Bomben gehört habe”, erklärte Alitiinag Ousman, einer der beiden Männer. “Am nächsten Morgen hat eine Menschenmenge die Gefängnistür aufgebrochen und mir gesagt, dass ich frei bin und dass die Stadt von den Islamisten befreit würde.”

Badou Ahmed, dem ebenfalls die Todesstrafe wegen Homosexualität bevorstand, berichtet von einem Scheinverfahren: “Während der Gerichtsverhandlung gab es keine Zeugen der Verteidigung”, so Ahmed. “Die haben uns erzählt, sie würden uns die Kehle durchschneiden, weil wir homosexuell sind”. Ahmed war am ganzen Körper mit Narben bedeckt und humpelte als Folge von Folter, wie er im Interview erklärte.

Die 85.000 Einwohner zählende Stadt Gao war monatelang Hauptstadt eines von den Islamisten ausgerufenen Staates. Frankreich hatte schließlich Anfang Januar militärisch einzugreifen begonnen, um die vorrückenden islamistischen Rebellen zu stoppen und die Menschenrechte zu verteidigen.